Soziale Mindestlohn (SSM)

Mindestlohn in Luxemburg 2026: Wie viel brutto, netto und pro Stunde

Seit der Indexierung im Juni 2026 liegt der Mindestlohn bei 2.771,33 Euro brutto, für Qualifizierte bei 3.325,59 Euro. Was das pro Stunde und netto bedeutet — und welche Altersstufen gelten.

Von Jonas Thill · · 4 Min. Lesezeit

Euro-Banknoten und -Münzen auf einer Gehaltsabrechnung neben einem Taschenrechner auf einem Schreibtisch in einem Luxemburger Büro
Euro-Scheine und -Münzen auf einer Gehaltsabrechnung mit Taschenrechner auf einem Luxemburger Bürotisch. Illustratives, KI-generiertes Bild. Illustration: KI-generiert — Status

Wer in Luxemburg den Mindestlohn verdient, erhält seit dem 1. Juni 2026 als unqualifizierte Vollzeitkraft ab 18 Jahren 2.771,33 Euro brutto im Monat — das entspricht rund 16,02 Euro pro Stunde. Wer als qualifiziert eingestuft ist, kommt auf 3.325,59 Euro brutto im Monat oder etwa 19,22 Euro pro Stunde. Beide Beträge gelten beim Index 992,24 und sind mit der Indextranche vom Juni 2026 um 2,5 Prozent gestiegen. Luxemburg hat damit weiterhin den höchsten gesetzlichen Mindestlohn der Europäischen Union.

Der soziale Mindestlohn (salaire social minimum, kurz SSM) ist eine gesetzliche Untergrenze: Niemand in einem Vollzeitverhältnis darf weniger erhalten — unabhängig von Nationalität oder Branche. Die genannten Sätze beziehen sich auf eine Vollzeitstelle mit 40 Wochenstunden. Auf dem Konto landet allerdings weniger, denn Sozialbeiträge und Lohnsteuer werden direkt einbehalten. Wie sich die Zahlen aufschlüsseln, zeigt dieser Überblick.

Wann gilt man als qualifiziert?

Für Erwachsene gibt es zwei Stufen. Der unqualifizierte Satz (non-qualifié) ist die Basis. Den qualifizierten Satz (qualifié) erhält, wer für die ausgeübte Tätigkeit einen offiziell anerkannten Berufsabschluss vorweisen kann — in der Regel ein CATP- oder DAP-Diplom oder höher — oder eine entsprechend anerkannte praktische Berufserfahrung. Nach Artikel L.222-4 des Arbeitsgesetzbuchs ist der qualifizierte Satz auf 120 Prozent des unqualifizierten Satzes festgelegt.

Der qualifizierte Mindestlohn ist gesetzlich auf 120 Prozent des unqualifizierten Satzes festgeschrieben — ein Aufschlag von 20 Prozent für eine anerkannte Qualifikation.

Bei den seit dem 1. Juni 2026 gültigen Sätzen ergibt das für Beschäftigte ab 18 Jahren:

  • Unqualifiziert: 2.771,33 Euro brutto pro Monat beziehungsweise 16,0192 Euro pro Stunde.
  • Qualifiziert: 3.325,59 Euro brutto pro Monat beziehungsweise 19,2231 Euro pro Stunde.

Die Stundenwerte gehen von der üblichen 40-Stunden-Woche aus, was monatlich rund 173,33 bezahlten Stunden entspricht. Wer in Teilzeit arbeitet, hat Anspruch auf denselben Stundensatz, anteilig zu den geleisteten Stunden.

Mindestlohn nach Alter: die Sätze für unter 18-Jährige

Jüngere Beschäftigte — im Gesetz als jugendliche Arbeitnehmer bezeichnet — haben Anspruch auf einen prozentualen Anteil des unqualifizierten Erwachsenensatzes, gestaffelt nach Alter:

  • Ab 18 Jahren: 100 Prozent — die vollen 2.771,33 Euro im Monat (unqualifiziert).
  • 17 bis 18 Jahre: 80 Prozent — 2.217,06 Euro im Monat oder 12,8154 Euro pro Stunde.
  • 15 bis 17 Jahre: 75 Prozent — 2.078,49 Euro im Monat oder 12,0144 Euro pro Stunde.

Die Abschläge beziehen sich auf den unqualifizierten Satz. Wer in jungen Jahren bereits einen anerkannten Abschluss für die Stelle besitzt, kann ab dem entsprechenden Alter Anspruch auf den qualifizierten Satz haben.

Von brutto zu netto: was vom Lohn abgezogen wird

Die Sozialbeiträge der Arbeitnehmer machen vor jeder Lohnsteuer rund 12,45 Prozent des Bruttolohns aus. Sie finanzieren drei Zweige der Sozialversicherung:

  • Rentenversicherung: 8,00 Prozent.
  • Krankenversicherung (über die CNS): 3,05 Prozent.
  • Pflegeversicherung: 1,40 Prozent, erhoben auf den Bruttolohn nach einem Freibetrag in Höhe eines Viertels des Mindestlohns (etwa 692,83 Euro im Monat) — sie fällt also etwas geringer aus, als der Satz vermuten lässt.

Beim unqualifizierten Mindestlohn sind das rund 335 Euro an Beiträgen, womit etwa 2.436 Euro vor Steuer übrig bleiben. Die Lohnsteuer für eine alleinstehende Person in Steuerklasse 1 ist auf diesem Niveau gering, sodass eine unqualifizierte Einzelperson typischerweise netto in der Größenordnung von 2.400 Euro im Monat liegt. Der genaue Betrag hängt von Steuerklasse, etwaigen Freibeträgen und der persönlichen Situation ab — die Zahl ist daher ein Richtwert, kein exakter Wert. Verheiratete oder Beschäftigte mit Kindern behalten beispielsweise mehr.

Wie sich der Mindestlohn verändert: Index und nächste Tranche

Luxemburgs Löhne warten nicht auf eine jährliche Überprüfung. Über die automatische Lohnindexierung (échelle mobile des salaires) steigen alle Löhne, Gehälter und Renten — der SSM eingeschlossen — um 2,5 Prozent, sobald die von STATEC gemessenen Lebenshaltungskosten um 2,5 Prozent zulegen. Jeder dieser Schritte heißt Indextranche (tranche indiciaire).

Die jüngste trat am 1. Juni 2026 in Kraft und hob den Index (die cote d'application) von 968,04 auf 992,24 — ein Plus von 2,5 Prozent auf breiter Front. Ausgelöst wurde sie, als die Jahresinflation im Mai 2026 bei 2,3 Prozent lag und den Index über die Schwelle drückte.

Für den nächsten Schritt rechnet STATEC mit einer weiteren Tranche um das zweite Quartal 2027 — mit dem Vorbehalt, dass ein rascherer Preisanstieg sie schon im dritten Quartal 2026 bringen könnte. Die zentrale Prognose des Instituts liegt bei einer Inflation von rund 1,8 Prozent für 2026 und 2027, wobei es auf Szenarien bis zu 4 Prozent hinweist. Unabhängig von der Indexierung ist die Regierung gesetzlich verpflichtet, das Niveau des Mindestlohns mindestens alle zwei Jahre zu überprüfen — was ihn zusätzlich zum Inflationsausgleich real anheben kann.

Häufig gefragt

Wie hoch ist der Mindestlohn in Luxemburg 2026?
Seit dem 1. Juni 2026 liegt der soziale Mindestlohn bei 2.771,33 € brutto im Monat für unqualifizierte Vollzeitkräfte ab 18 Jahren (rund 16,02 €/Std.) und bei 3.325,59 € für qualifizierte Beschäftigte (rund 19,22 €/Std.). Es ist der höchste gesetzliche Mindestlohn der EU.
Wie viel bleibt vom Mindestlohn netto übrig?
Die Sozialbeiträge betragen rund 12,45 Prozent (Rente 8 %, Krankenversicherung 3,05 %, Pflegeversicherung 1,40 %). Beim unqualifizierten Satz sind das etwa 335 €, sodass rund 2.436 € vor Steuer bleiben. Nach geringer Lohnsteuer (Steuerklasse 1) ergibt das netto etwa 2.400 €/Monat — der Wert variiert je nach Steuerklasse und Situation.
Was bedeutet qualifiziert beim Mindestlohn?
Als qualifiziert gilt, wer für die ausgeübte Tätigkeit einen offiziell anerkannten Berufsabschluss besitzt (etwa CATP/DAP oder höher) oder eine gleichwertige anerkannte Berufserfahrung. Nach Artikel L.222-4 des Arbeitsgesetzbuchs liegt der qualifizierte Satz bei 120 Prozent des unqualifizierten.
Wann steigt der Mindestlohn das nächste Mal?
Über die automatische Indexierung steigen alle Löhne um 2,5 Prozent, sobald die Lebenshaltungskosten um 2,5 Prozent zulegen. STATEC erwartet die nächste Tranche um das zweite Quartal 2027, bei stärkerem Preisanstieg möglicherweise schon im dritten Quartal 2026. Zusätzlich muss die Regierung den Mindestlohn mindestens alle zwei Jahre überprüfen.
Quellen(7)
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  5. 5Prévision d'inflation : 1.8% pour 2026 et 2027STATEC · statistiques.public.lu
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  7. 7Luxembourg: l'indexation devrait tomber en juin, puis une autre cet étéL'essentiel · lessentiel.lu

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