Fondsstandort Luxemburg

Luxemburgs Private-Equity-Verband wächst auf 701 Mitglieder und stellt seinen Vorstand neu auf

Die LPEA meldet für 2025 ein Mitgliederplus von 17,4 Prozent und bestätigt zehn Vorstandsmitglieder, während die Branche weltweit unter schwierigen Bedingungen Kapital einsammelt.

Von Marc Weber · · 4 Min. Lesezeit

Die Glastürme des Geschäftsviertels Kirchberg in Luxemburg-Stadt in der Abenddämmerung, Sitz der Fonds- und Bankenbranche des Landes
Das Geschäftsviertel Kirchberg in Luxemburg-Stadt, Standort der Fonds- und Bankenbranche, in der Abenddämmerung. Illustratives, KI-generiertes Bild. Illustration: KI-generiert — Status

Während die globale Private-Equity-Branche eine der schwierigsten Phasen ihrer jüngeren Geschichte durchläuft, präsentiert sich ihr luxemburgisches Rückgrat erstaunlich robust. Bei ihrer Jahreshauptversammlung legte die Luxembourg Private Equity & Venture Capital Association (LPEA) diese Woche Zahlen vor, die wenig von der Flaute erkennen lassen, die das Geschäft anderswo prägt.

Die Versammlung fand am 17. Juni in den Räumen von BNP Paribas in Luxemburg-Kirchberg statt. Dort stellte der Verband seinen Jahresbericht 2025 vor und wählte sein Leitungsgremium. Die wichtigste Kennzahl war die Mitgliederzahl: Zum Jahresende 2025 zählte die LPEA nach eigenen Angaben 701 Mitglieder, 104 mehr als zwölf Monate zuvor – ein Zuwachs von 17,4 Prozent. Unter den Neuzugängen waren 39 Investoren und Fondsmanager, darunter mehrere Family Offices.

Damit setzt sich eine stetige Aufwärtsbewegung fort. Ein Jahr zuvor hatte der Verband, der 2025 sein 15-jähriges Bestehen feierte, 597 Mitglieder gezählt, bis Mitte des Vorjahres laut Zahlen von Paperjam rund 630. Am Tag nach der diesjährigen Versammlung lag der Stand bereits bei 702.

Ein erneuerter Vorstand für die kommenden Jahre

Für eine Amtszeit von drei Jahren bestätigten die Mitglieder zehn Vertreterinnen und Vertreter führender Fondshäuser in dem rund 30-köpfigen Vorstand. Die gewählten Personen sind:

  • Martine Kerschenmeyer (Advent International)
  • Jacob Bang-Olsen (Astorg)
  • Tudor Sambritchi (Blackstone)
  • Estelle Beyl Vodouhe (Carlyle)
  • Antoine Servais (CVC Capital Partners)
  • Mehdi Van Renterghem (EQT)
  • Bjorn Tremmerie (Europäischer Investitionsfonds)
  • Hans-Jürgen Schmitz (Mangrove Capital Partners)
  • Sophie Bajwa (Marguerite)
  • Claude de Raismes (Wendel)

An der Spitze steht Präsidentin Hind El Gaidi, Leiterin des Luxemburg-Geschäfts des alternativen Vermögensverwalters ICG. Sie wurde 2025 als Nachfolgerin von Claus Mansfeldt gewählt. Das operative Geschäft führt weiterhin Geschäftsführer Stéphane Pesch, der seit September 2020 im Amt ist. Die Festrede hielt John Penning, Geschäftsführer der luxemburgischen Beteiligungsgesellschaft Luxempart, der auf zehn Jahre im Unternehmen und auf Fragen der Family-Office-Governance zurückblickte.

Im Mittelpunkt stand zudem die neue Fünfjahresstrategie für den Zeitraum 2025 bis 2030. Sie ruht auf drei Säulen, die der Verband mit „Defend“, „Attract“ und „Educate & Connect“ überschreibt – also der Interessenvertretung in Regulierungsfragen, der Anwerbung von Managern und Investoren ins Großherzogtum sowie der Weiterbildung des heimischen Ökosystems. Die Leitkonferenz LPEA Insights zog nach Verbandsangaben mehr als 1.300 Teilnehmer an.

Auf dem Weg durch das Jahr 2026 bewegt sich die Branche weiterhin in einer ausgewogenen Lage: sich der bevorstehenden Herausforderungen bewusst, zugleich aber gut gerüstet, um die Chancen eines disziplinierteren und reiferen Marktumfelds zu nutzen.

Diese Einschätzung von El Gaidi bringt den vorsichtigen Optimismus des Berichts auf den Punkt. Pesch schlug einen ähnlichen Ton an: 2025 sei „von Feier, Erneuerung und Fortschritt geprägt“ gewesen, und er verwies auf „die Stärke und Widerstandsfähigkeit der luxemburgischen Private-Equity- und Venture-Capital-Gemeinschaft“.

Ein großer Standort in einem harten Markt

Den freundlichen Mitgliederzahlen steht ein deutlich angespannteres weltweites Umfeld gegenüber. Die Private-Equity-Branche hat einen Großteil der vergangenen drei Jahre damit verbracht, das Ende der Ära des billigen Geldes zu verdauen. Höhere Zinsen bremsten das Transaktionsgeschäft und verlangsamten das Tempo, in dem Fonds Beteiligungen verkaufen und Kapital an ihre Geldgeber zurückführen konnten.

Dem Global Private Equity Report 2026 von Bain & Company zufolge erholte sich die Anlageklasse im vergangenen Jahr teilweise: Das weltweite Volumen von Buyout-Transaktionen stieg um 44 Prozent auf 904 Milliarden Dollar, der Wert der Verkäufe aus Buyout-Portfolios sprang um 47 Prozent auf 717 Milliarden Dollar. Doch die Erholung blieb schmal. Die Zahl der Transaktionen und Verkäufe ging insgesamt zurück, und die Rückflüsse an die Geldgeber – Pensionsfonds, Versicherer und Staatsfonds – verharrten im vierten Jahr in Folge nahe den niedrigsten Werten seit Jahrzehnten, bei rund 14 Prozent des Nettoinventarwerts. Der wunde Punkt blieb das Fundraising: Buyout-Fonds sammelten 2025 nur 395 Milliarden Dollar ein, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Bain beschreibt das Schließen eines neuen Fonds als „zähen und mühsamen Kraftakt“.

Diese Enge trifft Luxemburg besonders, denn das Großherzogtum spielt im Private-Equity-Geschäft überwiegend die Rolle des Domizil-, Verwaltungs- und Dienstleistungsstandorts, weniger die des Ortes, an dem die Deals geschlossen werden. Wenn Manager Mühe haben, Kapital einzuwerben und anzulegen, bekommt das auch die nachgelagerte Arbeit zu spüren, die den Finanzplatz trägt.

Warum der Standort dennoch zulegt

Vorerst überwiegt offenbar die strukturelle Anziehungskraft des Standorts die konjunkturelle Abkühlung. Luxemburg ist nach den Vereinigten Staaten der zweitgrößte Fondsstandort der Welt; das in hier domizilierten Fonds verwaltete Vermögen belief sich im August 2025 auf rund 7,6 Billionen Euro, wie aus Branchenüberblicken von Chambers and Partners und Luxembourg for Finance hervorgeht. Private Equity ist zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente dieses Marktes geworden: Es macht etwa ein Viertel der alternativen Fondsvermögen des Landes aus und legte 2024 nach Zahlen der Finanzaufsicht CSSF um rund 20 Prozent zu.

Am deutlichsten ist die Vormachtstellung bei grenzüberschreitenden Strukturen. In denselben Überblicken zitierte Branchendaten weisen Luxemburg als Heimat von 51,5 Prozent aller europäischen Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds aus sowie von 137 der weltweit 236 registrierten European Long-Term Investment Funds (ELTIF), Stand September 2025 – eine auch für Privatanleger zugängliche Struktur, mit der Manager zunehmend vermögende Kunden umwerben, während institutionelles Geld knapper wird.

Ob sich das Mitgliederwachstum in neue Vermögen übersetzt, hängt davon ab, wie rasch sich das weltweite Tauwetter über eine Handvoll Spitzenmanager hinaus ausweitet. Die Jahresbilanz der LPEA legt jedoch nahe, dass ein Standort, der von der Bedienung der Branche lebt und nicht von der Wette auf sie, den Abschwung bislang aus einer Position der Stärke übersteht.

Häufig gefragt

Wie viele Mitglieder hat die LPEA 2025 hinzugewonnen?
Die LPEA gewann im Jahr 2025 netto 104 Mitglieder hinzu und kam damit zum Jahresende auf 701 – ein Zuwachs von 17,4 Prozent. Unter den Neuzugängen waren 39 Investoren und Fondsmanager, darunter mehrere Family Offices.
Wer führt die LPEA?
Präsidentin ist Hind El Gaidi, Leiterin des Luxemburg-Geschäfts von ICG, die 2025 auf Claus Mansfeldt folgte. Das operative Geschäft führt Geschäftsführer Stéphane Pesch, der seit September 2020 im Amt ist.
Welche Rolle spielt Luxemburg im Private-Equity-Markt?
Luxemburg ist nach den USA der zweitgrößte Fondsstandort der Welt mit rund 7,6 Billionen Euro verwaltetem Vermögen (Stand August 2025) und Domizil von 51,5 Prozent aller europäischen Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds. Es ist vor allem Verwaltungs- und Dienstleistungsstandort, nicht der Ort der Deals.
Wie steht es um die globale Private-Equity-Branche?
Laut Bain & Company erholten sich 2025 die Transaktions- und Verkaufsvolumina (Buyout-Deals +44 % auf 904 Mrd. Dollar), doch das Fundraising blieb schwach: Buyout-Fonds sammelten nur 395 Mrd. Dollar ein, 16 % weniger als 2024. Die Rückflüsse an Geldgeber lagen das vierte Jahr in Folge nahe Mehrjahrzehnt-Tiefs.
Quellen(8)
  1. 1LPEA Elects New Board and Reports Strong 17.4% Membership Growth at 2026 AGMLPEA · lpea.lu
  2. 2LPEA Presents Annual Report, Elects 10 Board MembersChronicle.lu · chronicle.lu
  3. 3LPEA elects 10 new board membersPaperjam · en.paperjam.lu
  4. 4Hind El Gaidi Elected as New President of LPEALPEA · lpea.lu
  5. 5Investment Funds 2026 - Luxembourg: Trends and DevelopmentsChambers and Partners · practiceguides.chambers.com
  6. 6Asset Management - Luxembourg Financial CentreLuxembourg for Finance · luxembourgforfinance.com
  7. 7Private Equity Outlook 2026: Gaining Traction (Global Private Equity Report 2026)Bain & Company · bain.com
  8. 8Bain Global Private Equity Report finds liquidity pressure rising as capital cycles growCFO.com · cfo.com

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