Kulturpolitik

Luxemburg sichert Eurovision-Teilnahme bis 2029 mit Staatsgeld

Wochen nach dem Scheitern im Halbfinale von Wien hat die Regierung die Förderung für drei weitere Ausgaben bewilligt – und verlängert ein Programm, das schon die Rückkehr 1,1 Millionen Euro kostete.

Von Tom Schmit · · 3 Min. Lesezeit

Leere, hell beleuchtete Wettbewerbsbühne in der Rockhal in Esch-Belval mit luxemburgischer Flagge vor der Skyline der Hochöfen von Belval
Die Rockhal in Esch-Belval, Austragungsort der nationalen Eurovision-Vorentscheidung Luxembourg Song Contest, vor der Kulisse der Belval-Hochöfen. Illustrative Darstellung, mit KI erzeugt. Illustration: KI-generiert — Status

Luxemburg bleibt dem Eurovision Song Contest bis zum Ende des Jahrzehnts treu – und zahlt weiter dafür. Mitte Juni bestätigte RTL Luxembourg, dass die Regierung die Finanzierung für die Teilnahme des Landes an den nächsten drei Ausgaben des Wettbewerbs bewilligt hat: 2027, 2028 und 2029. Damit wird ein staatlich getragenes Kulturprojekt fortgeschrieben, das 2024 mit der Rückkehr des Großherzogtums nach 31 Jahren Abwesenheit begann.

Die Zusage beendet eine monatelange Hängepartie. Ob Luxemburg seinen Platz bei einem der größten Unterhaltungsereignisse der Welt behalten würde, hing allein an der Frage, ob der Staat die Subvention erneuert, die eine Teilnahme überhaupt möglich macht. RTL und die zuständigen Ministerien hatten sie im Frühjahr in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe abgewogen. Der öffentlich-rechtliche Sender begrüßte die Entscheidung in einer Mitteilung.

„RTL Luxembourg begrüßt die Entscheidung der Regierung, Luxemburgs Teilnahme am Eurovision Song Contest für die nächsten drei Ausgaben zu genehmigen“, erklärte der Sender. Seit der Rückkehr in den Wettbewerb 2024 habe Luxemburg „seinen Platz innerhalb eines der größten Unterhaltungsereignisse der Welt zurückgewonnen“.

Eine subventionierte Rückkehr

Billig war das Comeback nicht. Als das Land 2024 wieder antrat, bestätigte das Medienministerium gegenüber der Luxembourg Times und dem Luxemburger Wort ein Budget von rund 1,1 Millionen Euro. Der größte Teil floss in die Produktion der nationalen Vorentscheidung, des Luxembourg Song Contest; der Rest deckte Werbung, die Reise der Delegation und die Bühnenpräsentation des Beitrags selbst.

Im Rahmen dieser Vereinbarung unterstützte die Regierung RTL bei der Produktion „zum Selbstkostenpreis“. Die Verantwortlichen rechneten mit einem moderaten positiven Ergebnis von etwa 125.000 Euro, das in das nationale Finale des Folgejahres zurückfließen sollte. Die ursprüngliche Zusage lief als Dreijahresprogramm von 2023 bis 2026; die neue Bewilligung führt es bis 2029 fort. Weder RTL noch die Regierung haben den Gesamtwert des verlängerten Mehrjahrespakets veröffentlicht.

Wofür das Geld ausgegeben wird

Eurovision ist keine einzelne Rechnung, sondern ein wiederkehrendes Bündel von Kosten, das ein teilnehmender Sender Jahr für Jahr trägt:

  • die Ausrichtung der nationalen Vorentscheidung – des Luxembourg Song Contest, dessen vierte Ausgabe für den 30. Januar 2027 in der Rockhal in Esch-Belval angesetzt ist;
  • die Teilnahmegebühr an die Europäische Rundfunkunion (EBU), die sich nach Größe und Wirtschaftskraft eines Landes richtet;
  • die Entsendung und Betreuung einer Delegation am Austragungsort sowie Investitionen in die Inszenierung des Auftritts;
  • Werbung im Inland und vor dem europaweiten Publikum des Wettbewerbs.

Indem sie gleich drei weitere Ausgaben festschreibt, verwandelt die Bewilligung das, was als einmaliges Comeback begann, in einen dauerhaften Posten der Kulturausgaben – die Art von wiederkehrendem Soft-Power-Engagement, das kleine Staaten gegen konkurrierende Ansprüche an einen straff geführten Haushalt abwägen.

Sichtbarkeit gegen Sparzwang

Für ein Land mit rund 680.000 Einwohnern ist Eurovision ein seltener Moment kontinentaler Massenpräsenz, und die Regierung hat es genau so eingeordnet. Premierminister Luc Frieden sagte im Mai vor der Abgeordnetenkammer, er beabsichtige, die weitere Teilnahme zu unterstützen, und bezeichnete den Wettbewerb als Gelegenheit, Luxemburg und seine Künstler auf internationaler Bühne zu zeigen. Zugleich mahnte er, dass organisatorische, künstlerische und finanzielle Fragen von der Arbeitsgruppe noch zu klären seien.

Die Delegation hat sorgfältig darauf geachtet, die Finanzierung von den Ergebnissen zu trennen. „Die Zukunft Luxemburgs beim Eurovision Song Contest wird davon abhängen, ob die Regierung beschließt, ihr Förderprogramm zu verlängern“, sagte Delegationsleiter Dave Gloesener vor der Entscheidung und betonte, die staatliche Unterstützung sei nicht an die Platzierung des Landes geknüpft.

Diese Unterscheidung ist nicht ohne Grund: Die sportliche Bilanz auf der Bühne fällt gemischt aus. Tali brachte Luxemburg 2024 mit „Fighter“ zurück ins große Finale und belegte Platz 13. Doch 2026 scheiterten Eva Marija und ihr Lied „Mother Nature“ in Wien bereits im Halbfinale: Platz 12 im zweiten Semifinale, das Finale verfehlt – die erste Nichtqualifikation seit der Rückkehr des Landes. Als fünffacher Sieger, der zuletzt 1993 antrat, setzt Luxemburg darauf, dass anhaltende Präsenz statt schnellen Erfolgs sein Ansehen wieder aufbaut.

Die nächste Bewährungsprobe steht bereits im Kalender. Der Eurovision Song Contest 2027 wird in Bulgarien ausgetragen, nachdem Dara den Wettbewerb 2026 in Wien mit „Bangaranga“ gewonnen hatte – mit dem größten Vorsprung der Geschichte des Wettbewerbs. Luxemburg wählt seinen Beitrag am 30. Januar in der Rockhal; Einzelheiten zum Bewerbungsaufruf werden im Juli erwartet. Das Ergebnis am Abend bleibt offen; die Zusage, dabei zu sein und dafür zu zahlen, steht nun für drei weitere Jahre fest.

Häufig gefragt

Bis wann finanziert Luxemburg die Eurovision-Teilnahme?
Die Regierung hat die Förderung für die nächsten drei Ausgaben bewilligt: 2027, 2028 und 2029. Damit verlängert sie ein Programm, das ursprünglich von 2023 bis 2026 lief.
Was kostete die Rückkehr Luxemburgs zum Eurovision 2024?
Rund 1,1 Millionen Euro. Der Großteil floss in die Produktion der nationalen Vorentscheidung, der Rest in Werbung, die Reise der Delegation und die Bühnenpräsentation. Erwartet wurde ein positives Ergebnis von etwa 125.000 Euro.
Wie schnitt Luxemburg zuletzt beim Eurovision ab?
2024 erreichte Tali mit „Fighter“ Platz 13 im Finale. 2026 scheiterten Eva Marija und „Mother Nature“ in Wien im Halbfinale (Platz 12 im zweiten Semifinale) – die erste Nichtqualifikation seit der Rückkehr.
Wann und wo wird der nächste luxemburgische Beitrag gewählt?
Beim Luxembourg Song Contest am 30. Januar 2027 in der Rockhal in Esch-Belval. Einzelheiten zum Bewerbungsaufruf sollen im Juli 2026 folgen.
Quellen(13)
  1. 1Luxembourg: Eurovision Participation Confirmed for Next Three EditionsEurovoix · eurovoix.com
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